Testamentsvollstrecker

Rechtsanwalt und Notar Ulrich Holzer ist Ihr zertifizierter Testamentsvollstrecker (AGT).


Im Testament kann ein Testamentsvollstrecker ernannt werden. Die Testamentsvollstreckung hat die Funktion, den Willen des Erblassers auszuführen und abzusichern. Die Anordnung kommt vor allem dann in Betracht, wenn

  •  der Erblasser bei einer Vielzahl von Erben oder Vermächtnisnehmern eine ordnungsgemäße Abwicklung sicherstellen will;
  • zum Schutz gegen unerfahrene oder böswillige Erben oder zum Schutz des Nachlasses gegen Verschleuderung oder Zersplitterung eine lang dauernde Verwaltung für notwendig hält;
  • den Erben vor seinen Eigengläubigern schützen will;
  • bei Unternehmen die Kontinuität der Fortführung gewährleisten will.
Testamentsvollstrecker in Bocholt - Ulrich Holzer

 


Formulierungsbeispiel:


               "Ich ordne Testamentsvollstreckung an. Zum Testamentsvollstrecker ernenne ich Herrn Steuerberater Manfed Mustermann, Bocholt, ersatzweise dessen Sozietätspartnerin Nicole Musterfrau, Bocholt. Wiederum ersatzweise ersuche ich das Nachlassgericht, einen geeigneten Testamentsvollstrecker zu ernennen.


Aufgabe des Testamentsvollstreckers ist es, die Vermächtnisse zu erfüllen und die Auseinandersetzung unter meinen Erben zu bewirken. Die Auseinandersetzung soll innerhalb von neun Monaten nach dem Erbfall erfolgen, nicht jedoch vor Zahlung der Erbschaftsteuer. Mit Erledigung dieser Aufgaben endet die Testamentsvollstreckung.


Der Testamentsvollstrecker ist von den Beschränkungen des § 181 BGB befreit.


Der Testamentsvollstrecker hat Anspruch auf Ersatz seiner Aufwendungen und daneben auf eine Vergütung nach Maßgabe der Vergütungsempfehlungen des Deutschen Notarvereins, alles zuzüglich Umsatzsteuer, soweit anfallend."

Zum Testamentsvollstrecker kann auch ein Miterbe ernannt werden. Oftmals gibt es zwischen den Erben und dem Testamentsvollstrecker allerdings gravierende Spannungen. Da ein Miterbe zusätzlich emotional befangen ist, empfiehlt es sich, eine neutrale Person zum Testamentsvollstrecker zu ernennen, die auch über die erforderlichen Rechtskenntnisse verfügt, um das Amt ordnungsgemäß auszuüben. 


Das Amt des Testamentsvollstreckers beginnt erst mit dem Zeitpunkt, in dem er das Amt gegenüber dem Nachlassgericht annimmt. Da zwischen dem Erbfall und der Testamentseröffnung sowie der Amtsannahme durchaus mehrere Wochen verstreichen können, kann zur Verstärkung der Rechte des Testamentsvollstreckers zusätzlich – in separater Urkunde – eine postmortale Vollmacht erteilt werden. Formulierungsbeispiel:


"Ich werde dem Testamentsvollstrecker in separater notarieller Urkunde Vollmacht erteilen, vom Zeitpunkt meines Ablebens an in meinem Namen mit Wirkung für und gegen meine Erben, soweit sie meine Rechtsnachfolger geworden sind, zu handeln. Ich weise den Notar an, dem Testamentsvollstrecker eine Ausfertigung der Vollmacht gegen Nachweis seiner Stellung als Testamentsvollstrecker zu erteilen. Der Nachweis ist erbracht, wenn dem Notar ein Testamentsvollstreckerzeugnis oder eine beglaubigte Abschrift des Testaments und der Eröffnungsniederschrift vorgelegt ist." 


Die Testamentsvollstreckung hat zur Folge, dass dem Erben die Verfügungsbefugnis über den Nachlass entzogen ist. Auch Gläubiger der Erben können nicht auf den Nachlass zugreifen; der Nachlass ist insofern "geschützt".

 
 
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