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Vorsorgevollmacht

Zur Vermeidung einer gerichtlichen Betreuung kommt die Errichtung einer Vorsorgevollmacht in Betracht. 


Wird die Vorsorgevollmacht in notarieller Form errichtet, kann der Bevollmächtigte auch Grundstücksgeschäfte und andere Geschäfte erledigen, die ihrerseits der notariellen Form bedürfen.


Bei Bedarf kann die Vorsorgevollmacht auch als Vollmacht für persönliche Angelegenheiten erteilt werden. Dazu gehört beispielsweise die Frage, ob eine bestimmte Behandlung oder Operation durchgeführt werden soll und ob die Aufnahme in ein Krankenhaus oder ein Pflegeheim erfolgen soll oder nicht. Die Vertrauensperson ist zu diesem Zweck auch ermächtigt, die Krankenunterlagen einzusehen, und hat umfassendes Besuchsrecht am Krankenbett.


Der Bevollmächtigte kann also nahezu alle Angelegenheiten für Sie erledigen, die Sie für sich selbst vornehmen könnten. Ausgenommen sind nur Bereiche, in denen eine Vertretung von Gesetzes wegen ausgeschlossen ist – zum Beispiel das Errichten oder Widerrufen eines Testaments oder einer Heirat. Unverzichtbar ist, dass Sie die Vorsorgevollmacht zu einem Zeitpunkt erteilen, zu dem Sie als Vollmachtgeber Ihren Willen noch eindeutig kundtun können. 


Da eine Vorsorgevollmacht weitreichende Folgen hat und sämtliche Lebensbereiche umfasst, sollten Sie diese nur einer Vertrauensperson erteilen. Wird die Vorsorgevollmacht mehreren Personen erteilt, sollte klar geregelt werden, ob diese auch allein oder nur gemeinsam handeln dürfen. 


Wenn Sie sich für die Vorsorgevollmacht in notariell beurkundeter Form entscheiden, wird diese in enger Abstimmung mit Ihnen vorbereitet, vorgelesen und erläutert. Die festgelegten Bevollmächtigten erhalten jeweils eine "Ausfertigung", die später im Rechtsverkehr vorzulegen ist. Sie sind nicht verpflichtet, die Urkunden sofort an die Vertreter auszuhändigen, sondern können diese in Absprache mit den Bevollmächtigten zunächst bei Ihren Unterlagen so aufbewahren, dass sie in einem Notfall gefunden werden. 


Mit einer Vorsorgevollmacht können Sie folgende Fragen klären:


Soll der Bevollmächtigte über das Vermögen entscheiden?

Soll der Bevollmächtigte auch Angelegenheiten der Gesundheitssorge regeln?

Soll der Bevollmächtigte auch über ärztliche Maßnahmen entscheiden, die mit einer Unterbringung einhergehen?

Soll der Bevollmächtigte alle Krankenunterlagen und sonstige datenschutzrechtlich geschützte Informationen einsehen?

Soll der Bevollmächtigte über den eigenen Aufenthaltsort bestimmen?

Soll die Vollmacht eine Vertretung gegenüber Behörden und Gerichten ermöglichen?

Soll der Bevollmächtigte Untervollmacht erteilen dürfen?

Soll der Bevollmächtigte auf "digitale Benutzerkonten" zugreifen?

Soll der Bevollmächtigte die Post öffnen?

Ist ein Ersatzbevollmächtigter erforderlich?

Soll der Bevollmächtigte eine Vergütung erhalten?

Soll der Bevollmächtigte bei Fehlern haften? Oder handelt der Bevollmächtigte lediglich aus "Gefälligkeit"?

Soll der Bevollmächtigte im Bedarfsfall vom Gericht zum Betreuer bestellt werden?


Oft wird im Zusammenhang mit der Vorsorgevollmacht auch eine Patientenverfügung gewünscht. Für weitere Fragen stehe ich gerne zur Verfügung.

 
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